028Im neuen Rheinischen Mühlen-Dokumentationszentrum (RDMZ) auf der Gymnicher Mühle ist derzeit die Ausstellung „Die Frechener Bäche – einst und jetzt“ zu sehen. Die Schautafeln wurden von einer Arbeitsgruppe des Frechener Geschichtsvereins e.V. entwickelt und dokumentieren Geschichte und Gegenwart der beiden Frechener Fließgewässer, des Frechener und Bachemer Bachs. Dabei werden vor allem die unterschiedlichen Umweltprobleme im 19. und 20. Jahrhundert thematisiert, denn bereits zur Zeit der Industrialisierung gab es Klagen über die Wasserverschmutzung durch die aufkommende Braunkohlenindustrie.

Seit zwei Jahren beschäftigt sich eine Projektgruppe des Geschichtsverein mit dem Wasser in Frechen. Über eine umfassende Dokumentation des teilweise beklagenswerten Ist-Zustandes hinaus wurden durch intensive Archivrecherchen neue Erkenntnisse über die Bedeutung der Bäche insbesondere für die frühe Frechener Industrielandschaft gewonnen. So führten die Gemeinden Frechen und Bachem etwa einen jahrelangen Rechtsstreit mit der Stadt Köln, die sich gegen die im Mündungsgebiet der Bäche sich ablagernde Schmutzfracht juristisch zur Wehr setzte. Da die Anwohner die Bäche gleichzeitig als Trinkwasserquelle nutzten, gaben auch die hygienischen Verhältnisse immer wieder Anlass zur Sorge. Außerdem kam es im Frühjahr bei der Schneeschmelze oder nach längeren Regenperioden mehrfach zu schweren Überschwemmungen, unter denen nicht nur die Bach-Anrainer zu leiden hatten.

026Die Ausstellung war in Frechen bereits in der Ringschule und Kreissparkasse sowie im Rahmen des Wasser-Symposions in der Abtei Brauweiler zu sehen. Jetzt sind die Fotos, Karten und Pläne aus Geschichte und Gegenwart der Bäche auf der Gymnicher Mühle zu sehen, die vom Mühlenverband Rhein-Erft-Rur betrieben wird. Der Frechener Geschichtsverein e.V. ist seit einigen Jahren Verbandsmitglied; Vereinsvorsitzender Dr. Franz-Joseph Kiegelmann erklärt: „Wir unterstützen ausdrücklich die Bemühungen des Mühlenverbandes, die historische Nutzung der Wasserkraft in unserer Region aufzuarbeiten. Auch in Frechen waren die Mühlen wichtige Wirtschaftsfaktoren.“ Daher freue er sich sehr, wenn nun im zentralen Dokumentationszentrum für den Rhein-Erft-Kreis die Frechener Mühlengeschichte präsentiert werde, so Kiegelmann weiter.

029Die Ausstellung „Die Frechener Bäche — einst und jetzt“ ist noch bis zum 24. Mai 2010, dem Deutschen Mühlentag, auf der Gymnicher Mühle zu sehen. Feste Öffnungszeiten gibt es nicht, Interessenten können  sich an die Geschäftsstelle des RMDZ wenden und telefonisch (Tel. 02271 / 83 4167, Frau Wenzeler) einen Besuchstermin vereinbaren. Der Frechener Geschichtsverein bietet kostenlos Gruppenführungen an, die etwa eine Stunde dauern.